Lukullinos Blog 2014


2016 - 2015 - 2014


18.12.2014

Klipp und klar: Wieviel Pestizide in Deutschland eingesetzt werden

Gar keine Frage, zu viele. Im Jahr 2013 wurden ganze 99.287 Tonnen Pestizide-Mittel allein in der Bundesrepubublik Deutschland verkauft. Davon waren ein Drittel Wirkstoff und zwei Drittel weitere chemikalische Zusätze, die die Anwendung vereinfachen und die Wirkung erhöhen. Das bedeutet, 2,5 Kilo Wirkstoffe kommen auf einen Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche. Zur Erinnerung: Ein Hektar ist ein Qaudrat vom 100 mal 100 Metern. So enthält zum Beispiel ein Kilo konventionell produziertes Obst 0,3 Milligramm Rückstände von Pestiziden und Gemüse 0,4 Milligramm. Fachleute gehen davon aus, dass bei Bio-Produkten nur ein Hundertstel der Menge der belastung gegeben ist. Das teilt zum Beispiel das Öko-Monitoring Baden-Württemberg mit. Im Umkehrschluss folgt daraus, je mehr sich der Mensch mit biologisch erzeugten Produkten ernährt, desto weniger Rückstände sammeln sich in seinem Körper an. Interessant ist in diesem Zusammenhang das sogenannte "Dreckige Dutzend", eine Liste der besonders stark belasteten Lebensmittel, die konventionell erzeugt werden. Hierzu auch: www.greenpeace.de

 


09.12.2014

Blick über den Tellerrand: Bei Lebensmitteln ist "regional" nicht unbedingt gleich "Bio"

Gerade große Lebensmittelketten schmücken sich zunehmend gerne mit dem Etikett "Regional". Da wird dann Schweinefleisch zum Beispiel als regional tituliert und die Begründung hinzugefügt, dass man den Tieren die langen Transportwege ersparen wolle. Und der Verbraucher denkt, super, das ist gut, das klingt nach Bio. Muss es aber nicht. Denn es wird nicht gesagt, ob die Tiere aus der Qualzucht stammen und wo sie wie geschlachtet werden. Gerade zu letzterem wollen wir uns hier die unappetitlichen und oft grausamen Einzelheiten ersparen. Entsprechende Missverständnisse treten auch bei Eiern, Obst oder Gemüse auf. Ein Ei "aus der Region" kommt nicht unbedingt von einem glücklichen Huhn. Und der Apfel aus der Region kann sehr wohl mit Pestiziden groß geworden sein. Umgekehrt aber ist Bio bei kleinen und mittleren Produzenten in der Regel auch regional. Denn das bedeutet: Aufzucht und Anbau in der Region und zwar biologisch, Rohstoffe, z.B. Futter aus der Region, alles ohne Gentechnik und Pestizide, Verbeitung in der Region, genau so wie die anschließende Vermarktung. Leider ist "regional" bislang sehr viel weniger eindeutig definiert als "Bio". Trotzdem bleibt unterm Strich: "Aus der Region" kann alles sein und hat mit Tierschutz, Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Transparenz wenig oder nichts zu tun. "Bio" ist deshalb die bessere Alternative, weil geschützt und kontrolliert.

Zwei Anmerkungen zum Schluss: Keine Regel ohne Ausnahme. Und: Fragen kostet nichts!

 


Schokolade kl12.11.2014

Schokolade ist nicht gleich Schokolade!

Kleine Schoko-Kunde für Feinschmecker

Die süße Jahreszeit steht vor der Tür. Eine gute Gelegenheit, mal zu fragen, was ist eigentlich Schokolade. Eins gleich vorneweg. Gute Schokolade ist ihren Preis wert. Angefangen bei den Zutaten, über die Verarbeitung, die Lagerung bis zum Genußerlebnis, alles muss zusammen passen. Also lieber wenig, dafür aber gut als viel und irgendwas. Mit dem Kakao geht es los. 70 % der jährlichen Kakaoernte kommt aus Westafrika. Die Bio-Produktion stammt vornehmlich aus Südamerika. Und hier kommen die Edelsorten Criollo und Arriba aus Ecuador. Je weniger Zusatzstoffe außer Zucker noch dazu kommen desto besser für die Schokolade. Der geschmacklichen Vielfalt sind natürlich keine Grenzen gesetzt. Denn über Geschmäcker lässt sich bekanntlich nicht streiten. Zwei Hauptrichtungen sind nahezu unbestritten.
Erstens: Die Bitterschokolade. Sie beginnt ab einem Kakaoanteil von 50 %. Bis 70 % ist es die Zartbitter-Schokolade und ab 80 % Kakaoanteil beginnt die eigentliche Bitterschokolade. Viele halten diese sowieso für die einzig wahre Schokolade. Nicht zuletzt weil hier das Verhältnis Kakao zu Zucker deutlich zum Vorteil des Kakao festgelegt ist.
Zweitens: Die Vollmilchschokolade. So heißt die Schokolade mit einem Kakaoanteil bis 50 %. Dazu kommen Milchpulver und eben ein wesentlich höherer Zuckeranteil. Dadurch ist Vollmilchschokolade weicher und schmilzt schneller Im Mund. Während die Bitterschokolade eher das Gefühl der Knackigkeit vermittelt.
Bleibt noch die weiße Schokolade. Eigentlich ist sie nicht wirklich eine Schokolade. Denn sie enthält keine Kakaomasse. Nach der Deutschen Kakaoverordnung besteht weiße Schokolade aus Kakobutter, Milch oder Milchprodukten und Zucker. Dabei müssen mindestens 20 % Kakaobutter verwendet werden und mindestens 14 % Milchtrockenmasse. Wikipedia sagt übrigens zur Kakaobutter: "Unter Kakaobutter versteht man das durch Abpressen gewonnene, filtrierte oder zentrifugierte Fett aus Kakaokernen oder Kakaomasse." Aha! Abschließend noch eine kurze Anmerkung zur Lagerung. Schokolade gehört nicht in den Kühlschrank. Sie mag es trocken, kühl und dunkel. Ihren wahren Charakter entfaltet sie für den Genießer am besten bei Zimmertemperatur.

 


Geld02.10.2014

Bio muss nicht sooo viel teurer sein!

Warum Bio gut tut und Gutes tut.

Reden wir mal über Geld, an dem bekanntlich alles hängt und zu dem alles drängt. Das Öko-Institut Freiburg ist in einer von privaten Spendern finanzierten Studie der Frage nach der Wirtschaftlichkeit von Bio nachgegangen. Das Ergebnis ist demnach eindeutig. Für den Einzelnen bringt die Ernährung mit biologisch erzeugten Lebensnmittel und fair gehandelten Produkten eine monatliche Mehrbelastung von etwa sieben Euro. Vorausgesetzt allerdings, er handelt gleichzeitig nach den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Was wiederum bedeutet, mehr Gemüse, Obst und Milchprodukte und vor allem weniger Fleisch auf den Speiseplan zu setzen. Das Institut kommt darüber hinaus zu dem Schluss, dass Bio bei den indirekten Kosten, sprich Folgekosten, die von der Gesamtgesellschaft getragen werden, sparen kann. Denn gegenüber der traditionellen Landwirtschaft und Tieraufzucht bedeutet Bio weniger Pflanzenschutzmittel, weniger Kunstdünger und weniger Antbiotika in den Ställen. Letzteres führt zum Beispiel dazu, dass weniger Resistenzen und weniger neue Krankheiten entstehen, was wieder weniger Mehrausgaben für die Gesundheit nach sich zieht. Um nur einige Beispile zu nennen. Das Freiburger Öko-Institut kommt zusammengefasst zum dem Schluss, dass Bio unter Berücksichtigung der Folgekosten insgesamt gesehen sogar billiger ist als konventionelle Ernährung. Die Ergebnisse der Studie sind in dem Kochbuch "Nachhaltig kochen!" zusammengefasst, das beim Öko-Institut zu bekommen ist. (Quelle: Schrot & Korn, Nov. 2014)

 


Eier-Plastik-Box22.09.2014

Mehrwegverpackungen für den privaten Einkauf von Lebensmitteln? Jein!

Das Fehlen von einheitlichen Regelungen macht es kompliziert aber durchaus möglich.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit erklärt dazu, dass es keine generelle Rechtsvorschrift gibt, die das Einkaufen mit der eigenen Verpackung verbietet. Es ist also erlaubt. So weit so gut. Die Lebensmittelhygieneverordnung schreibt hierzu vor, dass Lebesnmittel der Gefahr einer nachteiligen Beeinflussung nicht ausgesetzt werden dürfen. Das ist zunnächst einmal Sache der Händler, die von der Lebensmittelüberwachung kontrolliert werden. Die zuständigen örtlichen Beamten handeln nun aber selbstständig und deshalb durchaus auch unterschiedlich. Damit wird die Praxis unklar und Händler wie Kunden sind verunsichert.
Jetzt kommt noch die EU-Hygieneverordnung ins Spiel. Die wiederum gibt der Lebensmittelwirtschaft die Möglichkeit, in Abstimmung mit den zuständigen staatlichen Stellen Hygienerichtlinien zu erstellen. Für die mitgebrachten Gefäße gibt es in Deutschland aber nur eine Leitlinie, die besagt, dass das Mitbringen von gespülten, optisch reinen Gefäßen und Behältnissen aus lebensmittelhygienischer Sicht vertretbar ist. Diese sollen beim Einkauf auf dem Thekenaufsatz verbleiben oder auf eine Papierunterlage gestellt werden.
So können Sie sogar Ihre beim Fleischer gekaufte Wurst in eine mitgebrachte Box packen und nach Hause tragen. Beim Eiermann auf dem Wochenmarkt wird die Sache auch nicht gerade einfacher. Hier gibt es eine Menge lokaler Verbote und Regelungen, die schwer zu durchschauen sind. Ob immer sinnvoll und zu begründen? Die Frage lassen wir hier mal lieber unbeantwortet. Immerhin gibt es seit einiger Zeit spülmaschinenfeste Plastik-Eier-Boxen. Ist zwar Plastik, aber dafür Mehrweg. Wie war das noch: Politik ist die Kunst, mit Kompromissen das Machbare möglich zu machen, oder so ähnlich.
Was aber immer geht, ist der Einsatz eines Einkaufkorbes zur Vermeidung von Platiktüten.

 


Kürbisfamilie09.09.2014

Kürbis: Nur für Halloween-Späße viel zu schade!

Die Familie der Kürbisse ist echt Multikulti

Immerhin kutiviert der Mensch den Kürbis schon seit über 9.000 Jahren, nachweislich vom Orient bis in mitteleuropäische Breitengrade. Im Laufe der Zeit ist aus den Ursprüngen eine riesige Vielfalt an Formen, Farben und Geschmack geworden. Bei allen Unterschieden haben die vielen Ausprägungen auch eine Menge Eigenschaften gemeinsam. Davon wollen wir mal die wichtigsten nennen.

Zum Beispiel haben alle Kerne, also Kürbiskerne. Im Haushalt lässt sich damit wenig anfangen. In der Ölmühle dafür umso mehr. Kürbiskernöl ist eine wirkliche Delikatesse. Meist dunkler als andere Öle, recht kräftig und voll im Geschmack. Zum Braten ist es nicht unbedingt geeignet, eher als Würzöl in Suppen und Salatsaucen.

Reife Kürbisse erkennt man am Klang. Klopfen Sie mit dem Knöchel des Zeigefingers energisch auf die Schale. Sie sollte beim reifen Kürbis deutlich erkennbar hohl klingen. Wenn nicht, einen anderen testen.

Haben Sie sich entschieden, lässt sich der Kürbis zu Hause über Monate lagern. Wie die meisten Früchte liebt er es trocken und luftig und schätzt Temperaturen zwischen 10 und vierzehn Grad. Aber Achtung: angeschnitten hält er sich nur 2 Tage im Kühlschrank.

Aber Kürbis kann man gut einfrieren: roh gewürfelt, gekocht in Stücken oder auch schon zu Muß püriert, natürlich in fanilienfreundlichen Portionierungen.

Bei der Zubereitung veträgt sich Kürbis bestens mit kräftigen Gewürzen: Dill, Petersilie, Korander, Thymian oder Curry zum Beispiel.

Und noch eine gute Nachricht für die Kaloriebewussten: Nur schlanke 25 Kalorien bringt er mit je 100 Gramm auf die Waage. Also ein Dicker, der nicht dick macht.

 


Die Bio Manufaktur Havelland stellt sich vor19.08.2014

Gutes aus artgerechter Tierhaltung

Die Bio Manufaktur Havelland in Velten setzt auf den authentischen Geschmack von traditionell hergestellten Fleischwaren!

Nicht ganz unbescheiden aber doch sehr sympathisch kommt die Bio Manufaktur Havelland daher. Verkündet doch Metzgermeister und Geschäftsführer Thomas Schubert in der gut gemachten Eigenbroschüre "In dieser Manufaktur steckt mein ganzes Herz. Als leidenschaftliche Genießer haben wir den Anspruch, die Besten in der Region zu sein - und das erfüllen wir auch". Machen wir die Probe aufs Exempel und besuchen die Bio Company. In der Filiale in Berlin Hermsdorf bietet die Fleischtheke einen äußerst angenehmen Anblick. Klein aber gut sortiert. Das Fleisch vielversprechend im positiven Sinne. Da schwimmt nichts blass und unappetitlich im eigenen Wasser. Fleisch wie Wurst sehen wirklich so aus, wie man es bei dem Anspruch erwartet. Schöne Farbe, gute Konsistenz. Es war später Vormittag und der Duft von frisch gebratenen Buletten war einfach unwiderstehlich. Also für den Anfang eine Bulette und zwei Schweinekoteletts, vom Apfelschwein wie angekündigt. Gut. Die Bulette hat den Weg nach Hause nicht überstanden. Und: kurz gesagt, sie schmeckte wie früher, Glückwunsch also an das Schwein, für sein gutes Leben und an die Macher für die gute Bulette. Natürlich kann man jetzt wieder sagen, es gibt kein Fleisch von glücklchen Schweinen sondern nur von toten. Stimmmt, aber das ist eine Grundsatzentscheidung, man isst Fleisch oder nicht. Und wenn dann so. Das Kotelett am Abend war übrigens, na was wohl: wie früher. Kann man sich merken: Die Bio Company bietet Fleisch und Wurst der Bio Manufaktur Havelland, Velten. Natürlich nicht nur in der Heinsestraße in Berlin-Hermsdorf, sondern auch in anderen Filialen.

 


12.08.2014

Blick über den Tellerrand: Plastik nein danke!

Ein junger bayrischer Umwelt-Interessierter zeigt, wie es geht. Wie die SZ von heute berichtet, rechnet der Schüler aus Simbach am Inn der Post vor, wieviel tausend Tonnen Plastik sie allein für die wöchentliche Verschickung der gratis Info "Einkaufen aktuell" in die Umwelt entlässt: 3.000 Tonnen kommen da zusammen. Und die bleiben natürlich irgendwo. Das entspricht, so die SZ weiter, dem jährlichen Plastikverbrauch von 80.000 Bürgern. Der Schüler hat die Online-Petition mit der Teilnahme von mehr als 80.000 Usern der Post übergeben, die beteuert hat, die Sache sehr ernst zu nehmen. Immerhin ein Anfang, mal sehen, was draus wird.

Ach ja, und worin tragen Sie Ihre Lebensmitteleinkäufe nach Hause?

 


10.08.2014

660 Tonnen Lebensmittel für Bedürftige, pro Jahr

Die Berliner Tafel tut etwas gegen die Wegwerfmentaltiät der Überflussgesellschaft

Die Berliner Tafel ist angetreten, Lebensmittel vor der Vernichtung zu retten. Mit dieser Arbeit ist sie enorm erfolgreich. Zum einen werden inzwischen in ganz Berlin pro Woche bis zu 600 Supermärkte angefahren. Zum anderen wurde den Märkten vor Augen geführt, wie viel sie zuvor weggeschmissen haben. Die Konsequenz: Sie wirtschaften deutlich sparsamer. Dass hier der Überflussgesellschaft Einhalt geboten wurde, darauf ist die Berliner Tafel stolz. Dass sie dadurch noch mehr Arbeit hat, nimmt sie in Kauf: Es müssen mehr Läden angefahren werden, um die gleiche Menge Lebensmittel wie zuvor zu beschaffen.

Die Arbeit der Berliner Tafel beruht auf drei Säulen Beratungsstellen, Schul-, Theater und Frauenprojekte sowie viele andere soziale Organisationen: Auch sie müssen scharf rechnen und bekommen von der Berliner Tafel Lebensmittel geliefert, damit die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Mahlzeiten zubereiten und gemeinsam essen können. Menschen, die eine kleine Rente haben, Arbeitslosengeld, Sozialhilfe oder Grundsicherung beziehen, sparen am ehesten am Essen. Mit den gespendeten Lebensmitteln können sie sich gesünder ernähren und haben vielleicht Geld übrig, um mit den Enkeln in den Zoo zu gehen oder sich ein Buch zu kaufen. Die Berliner Tafel will Kinder nicht stigmatisieren und bietet daher keine Suppenküche für Arme an. Stattdessen wendet sie sich mit den KIMBA-Angeboten für Ernährungsbildung an bestehende Gruppen wie z.B. Schulklassen und betont damit das gemeinschaftliche Lernen, Zusammenarbeiten und Essen.

Seit 1993 ist die Berliner Tafel ein eingetragener Verein Die Berliner Tafel ist im Gegensatz zu anderen Initiativen keine Aktiengesellschaft, keine gemeinnützige GmbH, sondern trotz ihrer Größe nach wie vor ein eingetragener Verein, dessen Abrechnungen vom Finanzamt für Körperschaften genau geprüft werden. Die Arbeit wird getragen von einem ehrenamtlichen Vorstand, der von der Mitgliederversammlung kontrolliert und entlastet wird. Jede und jeder kann für einen Mindestbeitrag von 33 Euro im Jahr (2,75 Euro im Monat) Mitglied werden, so den Verein fördern und Einfluss nehmen. Wer Mitglied ist, unterstützt so die Vereinsarbeit und kann – muss aber nicht – selbst mit anpacken. Die Berliner Tafel hat inzwischen über 1500 Mitglieder, davon ist gut ein Viertel gelegentlich oder regelmäßig ehrenamtlich aktiv. Warum der Berliner Tafel Mitglieder so wichtig sind 2,75 Euro Mindestmitgliedsbeitrag im Monat sind wenig. Doch: Die Masse macht’s! Die Berliner Tafel lebt von Beginn an nicht von großen Einzelspenden, sondern von vielen kleinen Beträgen der Berlinerinnen und Berliner. Auf sie ist seit 1993 Verlass. Wer Mitglied wird, gibt dem Verein zum einen sein Vertrauen und zum anderen eine größere Planungssicherheit. Mitgliedsbeiträge sind berechenbarer als spontane Einzelspenden und machen die Berliner Tafel unabhängig von Wirtschaft und Politik. Die Berliner Tafel hat über 1500 Mitglieder, von der fast 2-Jährigen bis zur fast 100-Jährigen. Viele denken, wenn sie Mitglied im Verein werden, dann müssen sie auch Kisten schleppen. Richtig ist: Mitglieder fördern die Arbeit der Berliner Tafel durch ihren Beitrag. Sie unterstützen einen Verein von Menschen dieser Stadt für Menschen dieser Stadt. Rundbriefe informieren aus erster Hand, einmal im Jahr findet eine Mitgliederversammlung statt. Und wer noch Kisten schleppen oder anderweitig aktiv werden möchte: nur zu! Das aber geht auch ohne Mitgliedschaft. Kontaktadresse: Berliner Tafel e.V., Beusselstr. 44 N-Q, Halle 102, , 10553 Berlin, Telefon 030 782 74 14, Telefax 030 788 19 73, Zitat der Website: www.berliner-tafel.de

 


Hühnerei06.08.2014

Kleines Missgeschick an frühen Morgen

Oder: rohe Eier kann man nicht pellen!

Eigentlich fing der Tag heute gut an. Gut geschlafen, gutes Wetter, gutes Frühstück mit einem hartgekochten Ei von gestern. So hatte ich mir das vorgestellt. Kühlschrank auf, die Eier sind immer oben links. Ein Griff, Ei raus, Kühlschrank wieder zu. Ei pellen ist bekanntlich nicht so schwer, also mit einem leichten Schlag auf dem Schneidebrett die Schale anbrechen und einfach abpellen. Aber Schade ... ich hatte leider ein rohes Ei erwischt und jetzt den ganzen Matsch auf dem Brett. Anfängerfehler nennt man das in der Fahrschule, wenn der Motor an der Ampel abgwürgt wird. Ich war einfach zu faul gewesen, noch mal kurz den Rohe-Eier-Dreh-Test zu machen. Der geht so: Das ausgesuchte Ei auf das Schneidebrett oder einen anderen glatten Untergrund legen und mit Daumen und Zeigefinger in eine schnelle Drehung versetzen. Ist es hart gekocht, dreht sich das Ei ziemlich schnell um die eigene Achse. Ist es roh, fängt es an zu trudeln, weil das im Innern hin und her schwappende Eigelb die gleichmäßige Drehbewegung verhindert. Funktioniert immer dieser Test, man muss ihn nur machen. Na ja, gut, dass wir drüber gesprochen haben.

 


Bunte Tomaten02.08.2014

Buntes Treiben: 10.000 Sorten Tomaten!

Der VERN e.V. sorgt sich um die Artenvielfalt im Garten

Leider können wir die hier nicht alle zeigen, aber es muss wohl stimmen, wenn man den Experten glauben darf. Bei uns waren Tomaten ja bis zur Zeit von Kolumbus und Co völlig unbekannt. Aber dann sind sie mit aller Macht aus ihrer Heimat Südamerika ausgewandert, besser ausgewandert worden. Leider sind im Zuge der Jahrhunderte parallel zu ihrer massenhaften Verbreitung in Europa viele alte, ursprüngliche Sorten in Vergessenheit geraten. Manche von uns erinnern sich noch, von wegen früher war alles besser, an die holländischen Supertomaten zum Glück vergangener Jahrzehnte. Groß, rund, rot und ja, was war da noch, ach ja, man erkannte sie an der Form, und leider nicht am Gechmack. Der war nämlich gelinde gesagt nichtssagend, sprich nicht vorhanden. Jetzt gibt es sie zunehmend wieder in allen Formen und Farben und in vielen, vielen Geschmacksrichtungen. Kugelrunde, ovale, rote, gelbe, grüne, süßliche, saure, kräftig schmeckende oder ganz milde. Sie haben so malerische Namen wie Blondköpfchen, Goldene Königin, Rheinlands Ruhm oder Quedlingburger Früheste Liebe. Und es gibt einen Verein in Brandenburg, der es sich zum Ziel gesetzt hat, die Vielfalt der Tomaten und anderer Nutz- und Kulturpflanzen zu erhalten und zu pflegen: Der VERN, Verein zur Erhaltung und Rekultivierung von Nutzpflanzen in Brandenburg. Der VERN sammelt Saatgut aus aller Welt, archiviert es und macht es Interessierten wieder zugänglich. Gleichzeitig verbreitet der Verein das Know how für die Nutzung, den Anbau und die Gewinnung von neuem Saatgut unter Gärtnern und Gärtnerinnen. In Greiffenberg bei Angermünde unterhält der VERN einen "Schau- und Vermehrungsgarten". Am 16. August von 10 bis 16 Uhr wird hier zum diesjährigen Sommerfest geladen. Mit Führungen durch den Garten, Verkostung Beratung und Präsentation der neuen Ernte bietet sich den Gästen ein buntes Programm. Natürlich kann man auch Saatgut oder Pflanzen und frische Kräuter erwerben. Der Eintritt ist erfreulicherweise kostenlos. VERN e.V., Burgstraße 20, 16278 Angermünde OT Greiffenberg. Tel. 03334 / 7 02 32


28.07.2014

Nicht am Essen sparen sondern beim Einkaufen

Oft genügt es schon, auf ein paar Dinge beim Einkaufen zu achten, um nicht unnötig Geld auszugeben für Lebensmittel, die man nicht unbedingt braucht. Also nicht hungrig einkaufen, das kann teuer werden. Und bevor es los geht, kommt die Einkaufsplanung. Der Blick in den Kühlschrank und/oder die Speisekammer zeigt, was ist aufgebraucht, was ist fast aufgebraucht und was hat das Verfallsdatum unwiderruflich überschritten? Wer nicht in Mengen kauft, die er gar nicht verbrauchen kann, kauft letztlich günstiger. Also keine zehn Schnitzel zum Sonderangebot von 8 Euro beim Billigheiner sondern lieber zwei beim guten Fleischer für 5 Euro. Über Qualität, Tierhaltung und so weiter wollen hier mal nicht reden. Apropos Schnitzel, zum Anbraten muss es nicht das beste Olivenöl sein für 18 Euro der Liter. Da reicht auch ein Sonnenblumen- oder Rapsöl aus der Region für deutlich weniger. Das Olivenöl kommt aber in den frischen Salat. Genau, Salat, der ist ja leider nach wenigen Tagen in der heimischen Küche kaum noch zu genießen, also weg damit. Das muss nicht sein. Wer nicht jeden Tag Fleisch isst, kann auch einen selbst gemachten Salat genießen. Kopfsalat, Gurken, Kartoffeln, Zwiebeln, Tomaten, all das gibt es gerade im Sommer zu günstigen Preisen und in guter Qualität aus der Region. Wer braucht da noch Snacks, süß oder salzig, schön verpackt, bekannt aus der Fernsehwerbung und zu Kilopreisen, die sich gewaschen haben. Salat waschen ist doch wesentlich günstiger. Selber Kochen ist sowieso preiswerter als Packungen aufreißen. Letzteres ist in der Regel mehr als doppelt so teuer. Klar, dann ist natürlich kein Geld mehr da für qualitativ hochwertige Lebensmittel. Beim Schnitzelkauf waren übrigens 3 Euro gespart. Die kann man in mageren Speck investieren. Dazu kommen dann noch festkochende Kartoffeln, Möhren und Zwiebeln, die klein geschnitten, in dem ausgelassenen Speck angebraten und dann mit Wasser aufgegossen werden. Und schon ist man auf dem besten Wege, eine wunderbare Gemüsesuppe selbst zu kochen. Weils Spaß macht und schmeckt. Sparen inklusive.

 


25.07.2014

Bio zum Anfassen und Anschauen im August

Eine Auswahl an Bio-Terminen in Berlin und Brandenburg

Ferienzeit ist Ausflugszeit, gerade auch für die Daheimgebliebenen. Eine gute Gelegenheit, mit Kindern und Enkelkindern mal den Biobauern über die Schulter zu schauen. Hier eine kleine Terminauswahl an Mitgliedern der Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg e.V.:

Jeden Dienstag von 10 - 18 Uhr Bioerlebnistag für Ferienkinder, Bio Ranch Zempow, Wittstock OT Zempow, nur mit Voranmeldung

Jeden Feriensamstag 11 Uhr, Hofführung im Ökodorf Brodowin, Chorin OT Brodowin

Sa. 09.08. 10 Uhr und 11.30 Uhr, Imkerei-Führung, Imkerei Fabian Lahres, Garzau-Garzin OT Garzau

Sa. 09.08. 18 Uhr, Ziegenhochzeit, Karolinenhof, Kremmen OT Flatow

Sa. 16.08. 10-16 Uhr, Somerfest, VERN-Schaugarten, Greiffenberg

So. 17.08. 11-18 Uhr, Hof-Fest, Bio Ranch Zempow, Wittstock Ot Zempow

Sa. 23.08. + So. 24.08. 10-18 Uhr Brandenburger Spezialitätenmarkt "Regional und Bio", Domäne Dahlem, Berlin

Sa. 23.08. + So. 24.08. 12 Uhr Historisches Handwerkerfest, Braumanufaktur Forsthaus Templin, Potsdam

Sa. 30.08. + So. 31.08. Hoffest, Wiesencafé & Ziegenkäserei Karolinenhof, Kremmen OT Flatow

Weitere Einzelheiten, Adressen und mehr über den Verein und seine Mitglieder: Mehr Bio in Berlin und Brandenburg

 


Kopfsalat21.07.2014

Fünf Leute, um einen richtig guten Salat zu machen? Ja!

Zumindest sagt das der französische Salatexperte Brillat Savarin, 1755-1826, von Beruf Richter, Aktiver in der Französischen Revolution und im Nebenberuf Feinschmecker und Schriftsteller. Von ihm stammen: "Die Physiologie des Geschmacks", Ersterscheinung in Frankreich 1826, und Sätze wie (sinngemäß): Wenn ein Feinschmecker ein Rebhuhn isst, kann er sagen, auf welchem Bein stehend es zu schlafen pflegte. Auch als Salatexperte war Brillat Savarin erstaunlich präzise und unterhaltend zugleich:

Fünf Köpfe bringen einen guten Salat zustande!

1. Ein Geizhals, der den Essig träufelt.

2. Ein Verschwender, der das Öl dazu gibt.

3. Ein Weiser, der die Kräuter sammelt.

4. Ein Narr, der alles durcheinander bringt.

5. Ein Künstler, der den Salat serviert.

 


18.07.2014

Das 14. Zernikower Maulbeerfest: Samstag, 02. August ab 13 Uhr

Wie der Name vermuten lassen könnte, aber nur könnte, geht es am 2. August in Zernikow in erster Linie ums Essen. Das Maulbeerfest ist aber nicht gleich zu setzen mit einem Erdbeer- oder Baumblütenfest. Zum Essen kommen wir trotzdem noch ganz am Schluss. Die Kenner werden es längst erraten haben. Beim Maulbeerfest sind der Maulbeerbaum und die Seidenraupe das Thema. In Zernikow bei Gransee hat nämlich Friedrich II. 1740 den Anstoß gegeben zur Seidenproduktion in Preußen. Wie das alles so zusammen hängt, lässt sich am 2. August genauer erfahren auf dem 14. Maulbeerfest in Zernikow. Um 13 Uhr geht es los auf Gut Zernikow. Führungen durch die Maulbeerallee, Kulinarisches rund um die Maulbeere, lebende Seidenraupen und das Haspeln von Seide, alte Handwerke und vieles Interessante mehr. Um 15 Uhr spricht Dr. Silke Kamp aus Potsdam zum Thema: "Im Auftrag des Königs, Anne Marie Baral und der preußische Seidenbau im 18. Jahrhundert."

Die Bewirtung übernimmt Schänke & Quartier auf Gut Zernikow. Und die sei kurz vorgestellt. Eben diese Schänke befindet sich im gleichen Haus wie das kleine Seidenmuseum. Hier wird eine leckere Landhausküche serviert zu vernünftigen Preisen. Die Karte ist klein aber ausreichend auch für den großen Hunger. Alles frisch und gut gemacht. Ob nun mit oder ohne Maulbeerfest, die Einkehr lohnt sich. Zernikow gehört zur Gemeinde 16775 Großwoltersdorf und ist am besten zu erreichen vo der B96 aus über Gransee.

 


Smoothie Möhrengrün12.07.2014

Flüssig, praktisch, gut

Smoothie von Möhrengrün und mehr

Also, so ganz freiwillig, war die Sache mit diesem Smoothie nicht. Der samstägliche Markt-Bummel inkl. Einkauf auf dem Kollwitzplatz führt immer auch zum gleichen Gemüsestand. Öko und aus dem Umland, um es kurz zu machen. Heute kam auch ein Bund Möhren in den Korb. Erst heute morgen aus der Gartenerde gezogen, (die Möhren nicht der Korb) frischer geht`s nicht. Auf die schüchterne Frage ob es auch ohne Grün geht, folgte ein dermaßen entrüsteter Blick von der eigentlich sehr freundlichen und überaus kompetenten Marktfrau, dass sich die Frage sofort in Luft auslöste. Und quasi zur Bestätigung folgte noch die Aufforderung, der Tipp, der gut gemeinte Rat: da ist sooo viel drin, daraus kann man einen prima Smoothie machen. Ja, so gesehen, warum eigentlich nicht. Es war dann auch gar nicht mal so schwer: das Grün abschneiden, waschen und klein schneiden. Das gleiche geschieht mit zwei Lauchzwiebeln, einem Apfel, einer Möhre und Petersilie. Alles in den Mixer geben, mit Wasser und etwas Apfelsaft auffüllen, Salz dazu, zwei Esslöffel Olivenöl und einen Teelöffel Zitronensaft. Der Fantasie sind hierbei keine Grenzen gesetzt. Den Rest macht der Mixer. Bei Bedarf noch etwas Flüssigkeit nachgießen. Aber vorher bitte unbedingt den Mixer ausschalten, mit Rücksicht auf die Küchendecke. Wenn ein grüner, trinkfähiger Brei entstanden ist, noch mal abschmecken, fertig. D. h. in Gläser füllen und trinken. So einfach geht das und na ja, schmeckt nicht sooo schlecht, ist halt mal ganz was anderes. Ach ja und noch was: man kann den Brei auch mit dem Löffel durch ein feines Sieb in eine Schüssel streichen. Dabei bleiben alle Feststoffe im Sieb und ein klarer, grüner Saft sammelt sich in der Schüssel. Und daraus lässt sich mit Hilfe von Gelatine ein wunderbarer fester Gelee machen. Dieser wiederum wird in Würfelform, eventuell im Innern angereichert mit irgendwas wie Garnelen oder so, zu einem kleinen Gruß aus der Küche. Und sorgt für einen tollen optisch und geschmacklich interessanten Akzent. Na bitte geht doch. Vielen Dank, liebe Edith, für die Ermunterung zum Smoothie.

 


Kalbssteak mit Pfifferlingen09.07.2014

Kulinarische Überraschung in der Uferstraße

Wenn Könner kochen, ist die Einrichtug Nebensache!

Wer hätte das gedacht, auf den ersten Blick wirkt das Lokal nicht unbedingt so, dass man sagt: ach wie nett. Also nur Mut und rein. Die Rede ist vom Café Pfoertner in der Uferstrasse, also schon wieder Wedding. Aber was für eine Überraschung erwartet den unternehmungslustigen Gast in diesem alten Berliner Busdepot. Die Umgebung auf dem ganzen Gelände ist geprägt vom morbiden Charme des gelinde gesagt renovierungsbedürftigen Areals. Alte Hallen mit großen Krananlagen unterm Dach, weite Höfe, viele Jahrzehnte alte Backsteinarchitektur, schon wieder schön. Darin überall Kunst und Künstler. Das Café Pfoertner liegt direkt am Eingang auf der linken Seite. Aber der Blick fällt zuerst auf den ausrangierten und in Rost übergegangene Bus, der als, ja was eigentlich?, dient. Mann kann jedenfalls in ihm sitzen. Ein paar Tische und Bänke neben dem Haus und drinnen gleich der relativ kleine Gastraum, dahinter die winzige Küche und darin Köche, die wissen was sie tun. Und das auf einem derart hohen Niveau, das ist ebenso schön wie erstaunlich, also an diesem Ort zumindest. Die Karte ist perfekt auf die Küche abgestimmt: klein aber fein. Wer gerne liest, sollte sich ein Kochbuch kaufen. Ein Steak von der Kalbshüfte, bei niedriger Temparatur (52 Grad) sehr sehr lange gegart in leichter Begleitung von Pfifferlingen und mehr, das hat was. Oder ein Mittelstück aus dem Kabeljaurücken mit Speck ummantelt, ebenfalls auf den Punkt gegart, außen leicht kross, innen noch saftig. Bravo. Pfiffig ist, das die Gerichte zunächst mal als Vorspeise auftauchen. Wer mag, bestellt die doppelte Menge und hat dann ein Hauptgericht. Die Getränkekarte entspricht der Grundeinstellung: das Leben ist zu kurz, um schlecht zu essen und zu trinken. Als Bier gibt es übrigens Schoppe Bräu. All denjenigen, die jetzt sagen, das hab ich doch schon mal... Stimmt, es kommt aus Berlin und ist ... nicht schlecht. Von der passierten Gemüsesuppe bis zur Kalbshüfte bewegt sich die Karte zwischen drei und elf Euro. Absolut stimmig. Deshalb: auf Wiedersehen! Café Pfoertner, Uferstraße 8-11, 13357 Berlin. Mo-Fr 9-24 Uhr,Sa 11-24 Uhr. Reservierung 030 50369854, www.pfoertner.co

 


Rigatoni mit Pesto in der Kantine27.06.2014

Es gibt sie noch: gute Kantinen

Die im Exrotaprint Areal z.B. lohnt den Besuch

Im echten Berliner Wedding, das bekanntlich nicht mehr das ist, was es mal war, aber eigentlich doch noch, liegt das Exrotaprint. Als es noch nicht Ex war, wurden hier Druckmaschinen hergestellt. Heute beherbergt das weitläufige Gelände eine ganze Reihe von kleinen und mittelständischen Firmen. Vom Regalbauer Stocubo über den Rahmenhersteller Karo König, einige Künstlerateliers, Architekten und Ingenieure bis zu einem Projektraum, der tageweise gemietet werden kann. Alles daselbst nachzulesen unter www.exrotaprint.de. Und dann eben die Kantine. Ein Raum, der aussieht wie eine Kantine, so dass man sich fast wundert, nicht mehr Männer im Blaumann zu sehen. Eine kleine moderne Küche und draußen bei schönem Wetter etliche Klapp-Tische und Bänke. Das Essen ist gut, kantinenmäßig gesehen sogar weit mehr als, der Service freundlich und zweckmäßig gemischt mit viel Selbstbedienung. Die Preise sind appetitanregend. Und der Besuch lohnt sich, ein kleiner Umweg inklusive, wenn mal nur fast in der Nähe ist: Kantine, Gottschedstr. 4, 13357 Berlin, Mo bis Fr von 8 bis 16 Uhr. Mahlzeit!

 


Meinl Kaffee Wien24.06.2014

Frühstücken in Wien

Julius Meinl: mehr als ein Genuss

Der Walzer, der Schmäh, der Kaffee... zu Wien gibt es viel zu sagen. Nicht alles ist der Rede wert, aber eine Menge schon. Zum Beispiel die Zeichnungen von Dürer, Baldung und anderen in der Albertina. Anders ja, besser aber geht es nicht. Das Erlebnis lässt sich wunderbar und angemesssen einleiten mit einem Frühstück bei Julius Meinl, nicht unten, lieber oben im kleinen Restaurant im ersten Stock. Die Sissi trifft man zwar nicht und der Kaiser ist auch schon nicht mehr. Es geht eher bürgerlich zu aber das auf hohem Niveau. Ambiente, Speisen, Sevice: all das zeigt, wie gute Gastronomie geht. Das ganze Paket, wie man heute gerne sagt, stimmt und ist mehr als ein Genuss. Kleiner Brauner, Melange, Schlagobers usw. Irgendwie anders als Berlin... gekonnter halt. Na ja, das wird man ja wohl noch sagen dürfen.

 


21.06.2014

Kochen ist Handwerk, keine Kunst!

Beim Aufräumen ist mir zufällig ein Artikel im Zeitmagazin vom 21. November letzten Jahres in die Hände gefallen. Darin ein Interview mit Alain Ducasse, dem einzigen "Koch, der drei Restaurants mit je drei Sternen führt" (ebenda S. 68). Und weiter unten meint Ducasse auf die Frage nach dem Verhältnis von Kunst und Handwerk: "In jedem Jahrhundert gibt es zwei oder drei Genies, und nie ist ein Koch dabei. Wir sind im besten Fall Kunsthandwerker. Das ist eines unserer Probleme: Die Medien reden einem Koch ein, er sei ein Künstler. Und der Koch glaubt es. Die Medien wecken Interesse an unserer Branche. Das ist fantastisch. Aber die Übertreibung ist gefährlich" (ebenda S. 71). Dann folgt noch ein großes Bekenntnis zur französischen Küche: "Die große Küche hat eine französische DNS, überall auf der Welt"(ebenda). Also, irgendwie hat er Recht. Noch ein kleiner Nachtrag mit dem Hinweis auf "unseren" Goethe, der sinngemäß meinte, Genie sei zu 90 Prozent Fleiß und zu zehn Prozent Begabung. Ducasse ist da mit ihm einig wenn er im gleichen Interview weiter oben sagt, was wichtig ist beim Kochhandwerk: "Zutaten 60 Prozent, Technisches Können 35 Prozent, Talent fünf Prozent" (ebenda). Und was sagt uns das alles? Übung macht den Meister!

 


Grünen Bohnen Spaghetti14.06.2014

Saisonal essen Teil 2

Grüne Bohnen und Spaghetti

Das mag im ersten Moment etwas ungewohnt klingen. Frische grüne Bohnen lassen sich aber sehr gut mit Spaghetti kombinieren. Noch ein paar weitere Zutaten und schon kann es losgehen: Pro Person jeweils 90 gr. frische grüne Bohnen und Spaghetti. Dann noch Parmesankäse oder Grana Padano, Petersilie, 1 kleine Zwiebel oder mehr, etwas abgeriebene Zitronenschale, Olivenöl, Salz und Pfeffer. Grüne Bohnen putzen, waschen, fünf Minuten in kochendem Salzwasser blanchieren, kalt abschrecken und beiseite stellen. Spaghetti aufsetzen. Jetzt die Zwiebel in Olivenöl anschwitzen aber nicht bräunen, evtl. auch mit Knoblauch. Petersilie fein hacken, Zitronenschale abreiben. Sobald die Spaghetti bissfest sind (al dente), abschütten und etwas von dem Kochwasser aufheben. In dem Spaghettitopf auf der noch warmen Herdplatte alle Zutaten mischen. Auf die Teller geben und mit dem geriebenen Käse servieren. Dazu ein leichter Sommerwein, Chardonnay, Grauburgunder oder ähnlich. Ist übrigens vegetarisch, oder?

 


Erbsen mit Speck12.06.2014

Na klar: Saisonal kochen und essen!

Kleine Vorspeise: Frische Erbsen mit Speck

Erbsen wachsen, soviel sei schon mal verraten, nicht in Dosen oder in Tiefkühlpackungen, sondern in Schoten. Und wenn man sie da raus holt, heißt das "döppen". Das macht ein ganz kleines bisschen Arbeit, geht aber ziemlich schnell: Die Schoten in der Länge aufdrücken und dann die Erbsen einfach mit dem Daumen herausschieben in ein Sieb. Mageren Speck in Würfel zu schneiden ist ja bekannt. Frühlingszwiebeln stellen ebenfalls keine große Herausforderung dar. Die gedöppten Erbsen kurz unter fließendem Wasser abspülen und in kochendem Salzwasser bissfest garen. Unter kaltem Wasser abschrecken. Speck in Würfel, Zwiebeln in Ringe schneiden. Speck auf mittlerer Hiutze auslassen, etwas Öl und die Zwiebeln zufügen. Sobald diese weich sind, die Erbsen zugeben und etwas erwärmen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken, mit gehackter Petersilie bestreuen und lauwarm servieren. Fertig ist die saisonale Vorspeise. Im Handumdrehen sozusagen lässt sich daraus mit Sahne und Nudeln auch eine ganze Mahlzeit machen. Aber das muss hier ja nicht noch groß erklärt werden.

 


10.06.2014

Kuck-Book: Ein Kochbuch zum Lesen und Sehen!

Durch Zufall ist mir heute ein Kochbuch in die Hände gefallen, bzw. zu Augen gekommen, das mich schwer beeindruckt hat: Anne-Sophie Pic, Le Livre blanc, Matthaes Verlag Stuttgart. Frau Pic ist mit drei Sternen ausgezeichnet, was nebenbei gesagt noch nicht wirklich oft vorgekommen ist, mit anderen Worten also eine Sensation. Mehr über sie ist daselbst sehr schön nachzulesen. Apropos schön, das weiße Buch ist das schönste Kochbuch, das mir seit langem untergekommen ist. Fotografie, Gestaltung, Text alles auf Drei-Sterne-Niveau. Ach ja drei Sterne, wer als Laie meint, kochen zu können, kann hier recht gut lesen und sehen, wie man/frau das macht. Mal abgesehen von einem Großteil der hochwertigen Zutaten, die man nicht so ohne weiteres im Supermarkt bekommt, ist es das Handwerk, das so fasziniert. Liest sich ganz einfach, aber selber machen? Macht demütig aber auch Lust darauf, es wenigstens mal zu probieren bei ein paar einfacheren Sachen. Falls es nicht auf Anhieb super wird, macht nichts kann man trotzdem essen (besser so?)

 


05.06.2014

Heilkräuter zum trinken

Die gute grüne Trink-Idee aus der Uckermark

Ein kleiner Nachtrag zum Thema von gestern. Eine Idee, die nicht von gestern ist, sondern eher zukunftsweisend: Die findigen Macher von Wild.Kräuter bieten an: "Smoothies, Säfte und mehr, roh, vegan, bio, zu 100 % natürlich". Im integrierten Shop findet sich mit einem Klick die Info zum aussuchen und bestellen. Wie der Name schon sagt: online unter wild-kraeuter.com

 


Essbare Brennessel? Ja, aber!04.06.2014

Ich glaub, ich steh im Wald!

Gewußt wie: Essbare Wildpflanzen sind keine Seltenheit

Eigentlich sind die folgenden Zeilen nur als Tipp oder Anregung gedacht, mal mal über den Tellerrand zu schauen. Wenn schon denn schon und deshalb am besten gleich über den Teller-Rand, über den Tisch, aus dem Fenster, hinein in den Wald und auf die Wiese schauen. Der Laie oder Anfänger wird auf den ersten Blick vor lauter Grün die essbaren Wildpflanzen und Kräuter kaum erkennen können. Die Übung macht auch hier den Meister. Ein solcher ist der Wildkräuterexperte mit dem schönen Namen Fleischhauer. Ein Besuch seiner Website lohnt sich auf jeden Fall: Essbare Wildpflanzen

 


Espresso Tasse03.06.2014

Kaffee kann mehr als wach machen!

Neue Erkenntnisse über den Zusammenhang von Koffein und Gedächtnis

Kaffe macht munter. Das hat sich hinlänglich herumgesprochen. Der Grund ist in erster Line das in ihm enthaltene Koffein, das übriges auch im Tee vorkommt. Das Fachblatt "Nature Neuroscience" berichtet nun über interessante Entdeckungen einiger Psychologen der Universität Baltimore. Sie haben die Wirkung von Koffein auf das Gehirn genauer untersucht und festgestellt, dass der Wachmacher auch deutlich positiven Einfluss auf unsere Gedächtnisleistung haben kann. Allerdings ist es wie so oft wichtig, die richtige Reihenfolge einzuhalten. Man kann nämlich das Gehirn nicht vorbeugend auf Trab bringen. Will also sagen: erst lernen und dann Kaffee trinken. Gemäß der schönen Regel, erst die Arbeit und dann das Vergnügen. Nach dem Lernen reichen schon drei Tassen Espresso oder zwei Tassen Filterkaffee, die jeweils etwa 200 mg Koffein mit sich bringen. Mehr oder weniger Koffein einzunehmen, sprich Kaffee zu trinken, macht im wesentlichen keinen Unterschied für die Gedächtnisleistung. Das Steigerungspotential ist demnach schlichtweg begrenzt. Dass es nun auch noch hilft, das gelesene Buch des Nachts unter das Kopfkissen zu legen, um den Inhalt ins Gedächtnis einzuprägen, ist damit wohl endgültig ins Reich der Legende verwiesen. Wer das glaubt, dem kann nur zugerufen werden: Träum weiter.

 


Deutsch-Japanischer Esstisch29.05.2014

Gelungen: Deutsch-Japanischer Esstisch von morphorm

Wenn ein deutscher Tischler in Japan Design lernt

Sein Name klingt mehr als deutsch: Martin Schatz. Und sein Design ist ebenfalls mehr als deutsch, nämlich japanisch geprägt.
Liebe zum Material Holz, die Fähigkeit der Konzentration auf das Wesentliche und handwerkliche Perfektion vom Plan bis zur Vollendung.

Endlich mal wieder kein wichtig Tuender DoitYourselfer, sondern ein Könner. Herausgekommen ist dabei zum Beispiel ein Esstisch.
Viel Material, daher entsprechendes Gewicht. Schwäbische Esche, feiluftgetrocknet. Gesägt, gehobelt, geschliffen, gebaut und zum Schluss mit chinesischen Tungöl behandelt.

Zu sehen ist das Kunststück noch bis Sonntag auf der Berliner DMY im Flughafen Tempelhof.
Und demnächst auf der Website des Machers Martin Schatz: www.morphorm.de

 


Der Apfelstrudel24.05.2014

Berliner Apfelstrudel der Extraklasse!

Die Meierei in der Kollwitzstraße ist auch sonst einen Besuch wert.

Mit der Meierei in Prenzlauer Berg angefangen haben zwei unternehmungslustige junge Männer aus Süddeutschland vor einigen Jahren. Und das gleich mit einem, zumindest optischen, Paukenschlag. Bei den Renovierungsarbeiten des ziemlich heruntergekommenen Lokals haben sie nämlich an den Wänden unter Putz und Schmutz alte Wandmalereien aus dem vorigen Jahrhundert entdeckt. Das ehemalige Milchgeschäft war innen nahezu rundum mit alpenländischen Bildern von Kühen, Wiesen und Bergen verziert. Die Jungunternehmer fühlten sich also gleich wieder zu Hause und ließen die Kunstwerke mit allen Spuren der Zeit so wie sie waren. Ins Angebot kamen allerelei biologische Nahrungsmittel süddeutscher Herkunft. Weißwürste, Käse, Schinken, ein paar Getränke sowie Kaffee und einige ausgesuchte vor Ort zubereiteten Speisen. Alles in bester Qualität. Und dazu zählt auch der Apfelstrudel. Viel Äpfel, Nüsse, Rosinen und mehr umgeben von einem extradünnen Strudelteig, der weit und breit keinen Vergleich zu scheuen braucht. Es mag anders gehen, besser kaum. Einige personelle Änderung hat der Apfelstrudel zum Glück unbeschadet überstanden. Also nichts wie hin, zur Meierei in die Kollwitzstraße 42 in 10405 Berlin (für die Navi-Fans).

 


23.05.2014

70 Euro für ein Kilo Kaffee?

Kaffeekapseln sind sehr bequem und sehr, sehr teuer.

Halten wir uns mal an die Fakten. Ein berühmter Schauspieler, bekommt viel Geld auf sein Konto überwiesen, dann geht er in ein Filmstudio, dreht einen kleinen Werbefilm und sagt darin sinngemäß, weltmännisch und sehr charmant lächelnd, dass er einen ganz bestimmt Espresso trinkt und keinen anderen. Dabei führt er vor, wie einfach man mit einer kleinen Maschine, einer Kaffeekapsel, Wasser und Strom einen Espresso macht. Halt die Tasse haben wir vergessen. Sonst läuft der Kaffee ja daneben und auf den Fussboden. Wär doch schade bei den teuren Kapseln. Die können immerhin je nach Anbieter pro Kilo Kaffee bis zu etwa siebzig Euro, in Zahlen 70,00, kosten. Dagegen ist der Preis von 15 Euro für ein Kilo richtig, richtig gute Espressobohnen schon ein Schnäppchen. Nehmen wir nur mal den Kaffeepreis pro Tasse, so können beim Kapselkaffee 42 Cent nur 9 Cent bei normalen Espressobohnen gegenüber stehen. Dazu brauchen wir natürlich bei letzteren Bohnen noch die Kaffeemaschine, sagen wir mal eine einfache, die malt und brüht, für 300 Euro. Die kann dann aber auch zwei Tassen gleichzeitig brühen. Die einfache Alternative für Kapselkaffee, die nur immer einen Kaffe macht, setzen wir mit ca 100 Euro an. Rechnen wir jetzt den Preis pro Tasse Espresso inklusive Maschine für drei Jahre bei täglich einem Espresso, kostet der Kapselkaffee 51 Cent und der normale Espresso aus der Bohne nur 36 Cent, jeweils inkl. Maschinenpreis. Trinken wir im Laufe von drei Jahren täglich zwei Tassen Espresso ist das Preisverhältnis wie folgt: Pro Tasse stehen 93 Cent für Kapseln nur 45 Cent für Bohnen gegenüber. Um es auf die Spitze zu treiben. Bei der Verwendung von frischen Bohnen sparen wir in drei Jahren ca. gut 500 Euro. Na das Rechnen hat sich doch gelohnt. Und was machen wir jetzt? Ganz einfach, wir eröffnen eine Espressobar. Cool, oder?

 


19.05.2014

Macht billig dick?

Die zunehmende Übergewichtigkeit (Adipositas) hat viele scheinbar widersprüchliche Ursachen.

Es ist schon erstaunlich: Der moderne Mensch, zumindest in unseren Kulturkreisen, hat weniger Bewegung, isst mehr Süßigkeiten und Fastfood und arbeitet immer weniger körperlich anstrengend. Andererseits hat er so viel Freizeit wie nie zuvor, gesunde Lebensmittel waren noch nie so günstig und leicht zu erreichen wie heute und während vor sechzig Jahren noch ein Fünftel des Haushaltseinkommens für Lebensmittel benötigt wurde, ist es heute nur noch ein Zehntel. Und trotzdem geht der Trend scheinbar unaufhaltsam zum Übergewicht. Die Nutzung von elektronischen Medien bei der Arbeit und in der Freizeit sowie das Autofahren sind unbestritten Teil der Gründe für die Adipositas. Wenn heißt, nur vom nicht essen wird man nicht dick, ist das nur die halbe Wahrheit. Dick macht vor allem die falsche, ungesunde Ernährung: Zu viel Süßes, Gesalzenes, Fast Food und Kalorienreiches. Und genau diese Lebensmittel, ob man sie zum Leben braucht, sei mal dahingestellt, sind so verfügbar und gleichzeitig günstig wie nie. So macht billig dick. Wenn das im Verbund einer ganzen Reihe von Ursachen auch nur eine ist, dann aber eine der wichtigsten. Die Lösung beginnt im Kopf und liegt auf der Hand und auf dem Teller: Bewusser Leben, gezielter Einkaufen, gesünder Essen. Leicht gesagt, aber möglich.

 


15.05.2014

Eins sollte in keiner Küche fehlen: Viel frische Luft

Lüften macht keine Arbeit, kostet nichts und schützt vor Feuchtigkeitsschäden

Zum Essen und Trinken gehört nun mal das Kochen dazu. Auch die besten Köche kochen nur mit Wasser, wie es so schön zutreffend heißt. Was aber macht das Wasser, wenn es heiß wird? Es verdunstet. Das heißt wiederum, Feuchtigkeit verteilt sich in der Raumluft, literweise. Bis zu einem Liter Wasser kann da pro Stunde verdampfen. Und die Feuchtgikeit bleibt in der Raumluft. Ist die Raumluft vom Wasserdampf gesättigt, kann sie kein Wasser mehr speichern, das Wasser schlägt sich nieder. Vornehmlich und zuerst an kühlen Stellen. Genau hier liegt das Problem: Schimmelbildung. Diese Pilze in der Küche sind also weniger ein Zeichen von mangelnder Hygiene, es fehlt einfach an frischer Luft. Wenn man ferner bedenkt, dass in einem Zweipersonenhaushalt pro Tag fünf bis sechs Liter Wasser an die Raumluft abgegeben werden, kommt da so einiges zusammen. Da gibt es nur eins: Lüften. Jetzt das Wichtigste zum Mitschreiben: Fenster ankippen reicht nicht. Das ist, um im Bild zu bleiben, nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. Oben staut sich die warme Luft, lässt die kalte Luft nicht rein und hält die Feuchtigkeit drin. Querlüften ist die Lösung. Denn nur so entsteht der notwenige Luftaustausch. Zehn Minuten richtig durchlüften, ist besser als eine Stunde Fenster ankippen. Mit der alten, feuchten Luft werden nämlich gleichzeitig auch die angesammelten Schadstoffe nach draußen transportiert. Je unterschiedlicher der Luftdruck dabei zwischen draußen und drinnen ist, desto schneller setzt sich die Luft in Bewegung. Wobei Luft immer vom Hochdruckgebiet ins Tiefdruckgebiet strömt. Wie beim Wetter. Beim Lüften ist das nun nicht so wichtig, Hauptsache die Luft kommt in Bewegung und wird ausgetauscht. Man hat sogar festgestellt, dass frische Luft eine Reihe von Bakterien zerstört. Lüften ist damit sogar gesund. Und Lüften hat nicht zuletzt auch noch einen psychologischen Mehrwert. Es ist wie ein Gang an die sprichwörtlich frische Luft. Man atmet durch und fühlt sich wohl.

 


10.05.2014

Essen im Schatten der Weltpolitik in Meseberg

Der Schlosswirt Meseberg bietet beachtliche Landhausküche gleich neben dem Schloss

Natürlich ist es nicht so, dass einem, kaum hat man den Fuss aus dem Auto gesetzt, Angela Merkel und Herr Obama auf den selben treten. Aber immerhin weht doch der große Geist der Politk um dieses Haus. Oft eher ein lasches Lüftchen als die erfrischende Brise die es eigentlich braucht. Ach ja, das Schloss nebenan übrigens, hübsch anzusehen, von hohen Zäunen umgeben, nichts fürs Volk also. Frage ist nur, wer da wen vor wem schützen will oder muss. Der Abstand jedenfalls ist nicht zu übersehen geschweige denn zu übersteigen. Abgehakt. Und hinein ins Restaurant. Freundliche Begrüßung, nette Atmosphäre. Schön eingedeckte Tische. Der durstige "Wanderer" entdeckt gleich die erste angenehme Überrachung. Es gibt Augustiner Bier, für die Preußen sei der Hinweis erlaubt: aus München. Das fängt schon mal gut an. Die Speisekarte kommt auch zügig auf den Tisch. Klein aber fein. Zumindest das gedruckte Wort. Wir werden sehen und schmecken. Was darf es denn sein? Ein Wiener Schnitzel mit Bratkartoffeln bitte und das gebratene Saiblingsfilet. Die Weinkarte auf den ersten Blick nicht schlecht, ebenfalls überschaubar, einige gute Akzente. So weit so gut. Man plaudert ein Weilchen, sieht sich die Promi-Fotos an den Wänden an, schon kommt das Essen. Wiener Schnitzel inklusive Panade und sehr schön krossen Bratkartoffeln einwandfrei. Der Fisch in fast mundgerechten Stücken, gut gebraten auf der Haut, fast etwas zu gut, dazu als Beilage geschnitzte ovale Kartöffelchen, zehn Stück, wenn die Erinnerung nicht täuscht. Gut, dass wir keinen langen Marsch hinter uns hatten. Alles in allem: einfach gut. Preis auch. Wir kommen wieder. Und was das Wandern angeht, man kann dort wirklich sehr, sehr schön spazieren gehen. rund um den Schlosswirt Meseberg.

 


09.05.2014

Reis macht gesellig

Das unterschiedliche Sozialverhalten von Weizenessern und Reisessern

Interessantes wusste die Süddeutsche Zeitung heute aus den verschiedenen Esskulturen in Ost und West zu berichten. Unter der Überschrift "Landwirtschaft prägt gesellschaftlichen Gemeinsinn" ging der Autor der Frage nach, warum Menschen in Weizenkulturen ehrgeiziger und egoistischer sind als ihre Artgenossen in östlichen vom Reisanbau geprägten Kulturen. Demnach ist die industrielle Revolution des sogenannten Abendlandes ursächlich verbunden mit der dortigen Ausrichtung der Landwirtschaft auf den Anbau von Weizen. Zitat: "Der westliche Individualismnus begünstigte Ehrgeiz und unternehmerisches Denken, also die Motoren der Industrialisierung." Zitat Ende. Reiskulturen hingegen sind gemeinschaftlicher strukturiert und weisen der Zusammenarbeit einen höheren Stellenwert zu. Der Grund liegt auf der Hand. Der Reisanbau, vor allem in der traditionellen vorindustriellen Landwirtschaft, erforderte ein höheres Maß an Zusammenarbeit mehrer Menschen, oft sogar ganzer Dorfgemeinschaften. Insbesondere das Anlegen und Pflegen der komplexen Bewässerungssysteme überstieg in der Regel die Möglichkeiten einer einzelnen Familie. Im Laufe der Entwicklung bildete sich so ein anderes Gemeinschaftsgefühl in diesen Kulturen, in dem der Einzelne weniger wichtig angesehen wurde als die große Gruppe. Der Weizenanbau war hingegen deutlich weniger aufwendig und leichter individualistisch zu bewerkstelligen. Diese Theorie wurde durch eine Studie im heutigen China bestätigt. Im Reis-orientierten Südchina erwiesen sich die Menschen weniger egoistisch als im Norden, wo auch der Weizen eine große Rolle spielt. Interessanter Weise war keiner der Befragten aktiver Bauer. Trotzdem hatten sie mehrheitlich die Reisanbau-Mentalität verinnerlicht. Das ging soweit, dass im Zusammenleben ein höheres Maß an Loyalität im zwischenmenschlichen Verhalten zu erkennen war. Fehler des Einzelnen konnten eher verziehen werden, der Wunsch nach Bestrafung für unsoziales Verhalten war weniger ausgeprägt. Wenn auch die Frage ob Weizen oder Reis nur einen Teil der Kriterien, neben vielen anderen wie Klima, Geografie, Religion und Sprache lieferte, so bleibt die Grunderkenntnis wohl doch als interessantes Ergebnis bestehen: Reisanbau und Gemeinsinn stehen in einem direkten Zusammenhang. Nicht zufällig heißt es bei uns Weizenbauern: was kümmert es mich, wenn in China ein Sack Reis umfällt.

 


07.05.2014

Prima Schweinsbraten im Augustiner am Gendarmenmarkt in Berlin

Brauereiausschank und gute Küche sind kein Widerspruch

Gutes Bier und gutes Essen auf bayrische Art bietet der Augustiner in Berlin am Gendarmenmarkt, Charlottenstraße 55, Ecke Jägerstraße. Erstaunlich, was in einer solchen Großküche möglich ist. Wer ko, der ko, mei so isses halt. Der Schweinsbraten zum Beispiel ist immer wieder ein echter Genuss. Dazu ein Kartoffelkloß, der sich sehen und vor allem essen lassen kann (in München im Original-Augustiner gibt es übrigens zwei Klöße dazu). Und dann das Bier, besser geht bayrisches Bier eigentlich nicht. Das normale Helle ist schon absolute Spitze und wird quasi nur noch von sich selbt übertroffen. Das heißt vom Edelstoff. Er kommt aus der gleichen Brauerei, ist aber noch etwas feiner und auch ein bißchen teurer. Natürlich serviert in zünftigen Halblitergläsern. Eins soll hier aber nicht verschwiegen werden. Mal spontan reingehen und sich ein schönes Plätzchen suchen kann schwierig werden, zumindest ab dem späten Nachmittag. Auch typisch Augustiner, macht kaum Werbung, ist aber immer voll. Und das Bier läuft sowieso wie, pardon, geschnitten Brot.

 


06.05.2014

Gut essen in Prag im Restaurant Valoria

Feine Küche und toller Blick über die Dächer von Prag

Prag ist eine Reise wert, oder auch zwei oder drei. Zwischen Flugzeug, Auto oder Bahn fiel unsere Wahl auf letztere. Knapp fünf Stunden gemütlich durch die Frühlingslandschaft über Dresden und das Elbetal, weiter längs der Moldau, schon ist man da. Der Zug fährt alleine weiter über Wien nach Villach und wir stürzen uns ins Prager Gewimmel. Das heißt, vom Hotel gleich in die Altstadt. Und dann immer abwechselnd, laufen, kucken, laufen. Überrraschend groß, überraschend alt und erstaunlich sauber, wenn die typisch deutsche Bemerkung erlaubt ist. Universitäten, Könige und Kaiser, Astronomen, prächtige alte Stadtpaläste und überall Touristen, Spanien, Japan und wir, global halt.
Weil so viel Überraschung natürlich hungrig macht, wurde am ersten Abend gleich mal dem Stadtführer gefolgt und es ging rein ins Vergnügen. Zum Abendessen ins Fleck. Eine typische Prager Touristen- und Bierschwemme. Laut, voll, und wenig appetitanregend. Na ja, hat man mal gesehen, einfach abhaken. Kennt man von überall.
Am nächsten Mittag zum Lunch deswegen das Gegengiift. In der Neustadt etwas über der Burg, diese ist absolut sehenswert inkl. Veits-Dom übrigens, eine echte Entdeckung. In der Nerudova 40, Praha 1, liegt das kleine Restaurant: Castle & Garden Restaurant Valoria. Das sich dann als groß, aber angenehm groß, erwies. Über drei Etagen im Innenhof gelegen: Schön eingedeckte weiße Tische, freundliche Bedienung, in englisch, und dazu der Blick von hoch oben auf die Dächer von Prag, runter zur Moldau, über die Altstadt und auf der anderen Seite wieder hoch. Rote Ziegeldächer, Kirchen-, Pulver- und andere Türme. Toll. Man sitzt draußen in der Frühlingssonne. Die Speisekarte ist angenehm klein, in englisch aber mit auf den ersten Blick sehr guter Landesküche. Z. B. Wiener Schnitzel mit Kartofffelsalat, ein großer gemischter Salat und noch ein bißchen dies und das. Der offene heimische Weiß-Wein, fein mineralisch und fruchtig. Nicht übertrieben sondern alles einfach gut gemacht. Was will man mehr. Und das ganze absolut bezahlbar. Nur der Blick, also der war und ist es sicher immer noch, einfach unbezahlbar.
Wie gesagt, es muss nicht immer Bier und Schweinebraten sein. Auf Wiedersehen Prag!

 


05.05.2014

Frischer, lecker, günstiger!

DIY in der Küche statt Fast Food aus der Plastikpackung

Regelmäßig an jedem ersten Freitag erstrahlt unsere kleine Straße in sonnigem Gelb. Denn dann hängen sie wieder an allen Gartentoren und Zäunen. Die lustigen gelben Säcke, prall gefüllt mit den Zeugnissen bzw. Resten der modernen Ernährung. Nachdem die Füchse ihre Nachtschicht beendet haben, um sich mit vollem Bauch einem ausgedehnten Verdauungsschläfchen hinzugeben, schauen kurz die Krähen vorbei, reißen die letzten noch verschlossenen Säcke auf, um sich einen Schnabel Thunfisch im eigenen Saft oder etwas vom Klassiker Ravioli in Tomatensauce zu gönnen. Und dann kommt auch schon das dröhnende Brummen der großen orangenen Spaßverderber näher und näher. Jetzt geht auf einmal geht alles ganz schnell. Anhalten, runter springen vier, fünf Säcke gleichzeitig vom Zaun reißen und in hohem Bogen in den stählernen Rachen werfen. Und weiter zum nächsten Zaun. Nachtisch mal ganz anders, das Spiel könnte auch heißen: zeig mir deine gelben Säcke und ich sage dir, was du isst.
Ernährung ist zunehmend eine Frage der Geschwindigkeit geworden. Ebenso schnell wie die gelben Säcke verschwinden, war ihr Inhalt auch eingekauft, aufgewärmt und runtergeschluckt worden. Tempo, Tempo, Kosten spielen keine Rolle. Hauptsache voll praktisch auf dem Teller und nicht so ein Geschmacksdurcheinander im Mund.
Aber es geht auch anders. Weil eben doch alles eine Alternative hat. Selber kochen macht Spaß, schmeckt gut und ist nicht unbedingt teurer als Fastfood aus der Plastiktüte oder Blechdose. Spaghetti mit Butter, Salbei und geriebenem Grana Padano, Pellkartoffel mit Quark, wo ist das Problem? Keine Ahnung, zumindest hängt es hinterher nicht draußen am Zaun.

 


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